06.06.18 09:50
Basketball-Herren Ü50 treten bei der deutschen Meisterschaft an
von GEORG MESCH



Mannschaftsfoto der SG TG Hochheim/BC Darmstadt



Marcel Klein beim erfolgreichen Korbleger

Zum ersten Mal nahm eine Hochheimer Basketball-Herrenmannschaft an der deutschen Meisterschaft der Über-50-jährigen Athleten teil. Die Hochheimer Herren spielten in einer Spielgemeinschaft mit dem BC Darmstadt. Nachdem die Qualifikation im Februar geschafft wurde, gab es am 2. und 3. Juni das Turnier um die deutsche Meisterschaft in Hagen.

In der Vorrunde bekam es die Spielgemeinschaft der TG Hochheim Hawks / BC Darmstadt mit dem Titelverteidiger SG Erlangen/Ansbach, dem DBV Charlottenburg aus Berlin und der SG Köln/Düsseldorf zu tun.

Im ersten Spiel musste die Neulinge aus Hochheim und Darmstadt gleich gegen den Titelverteidiger von der SG Erlangen / Ansbach antreten. Mit einer starken Leistung führten die Hessen noch bis weit in die erste Halbzeit mit 7:5. Auch zum Seitenwechsel war man praktisch gleich auf: 9:10. Auch in der zweiten Halbzeit stand die Verteidigung Vordergrund. Die SG Hessen konnten das Spiel allerdings nicht mehr drehen und verloren am Ende trotz einer Ganzfeld-Verteidigung mit 15:21. Der Titelverteidiger aus Franken war allerdings ohne drei Stammspieler angetreten, hatte aber immerhin den ehemaligen Bundesligaspieler Martin Wiegand an Bord.

Im zweiten Spiel warteten die Senioren einer der ganz prominenten und erfolgreichen Basketballvereine in Deutschland, der DBV Charlottenburg aus Berlin. In derer Reihen standen der 181-fache Nationalspieler Lutz Wadehn und John Dronsella, der auch 11 Mal für Deutschland auf dem Parkett stand. Nur durch einen 3-Punkte-Wurf am Ende der ansonsten ausgeglichenen ersten Halbzeit konnte Berlin eine Führung mit in die Halbzeitpause nehmen. Die SG Hochheim/Darmstadt kämpfte sich zum 18:18 wieder ran und war auch mit 24:27 kurz vor Schluss noch in Schlagdistanz. Am Ende verlor man dann knapp mit 28:33 auch das zweite Spiel, wie man John Dronsella mit 13 erzielten Punkten nicht stoppen konnte.

Das dritte Spiel gegen SG Köln/Düsseldorf war praktisch bedeutungslos, weil die Rheinländer schon als Gruppensieger feststanden und die SG Hochheim/Darmstadt nicht mehr Dritter der Gruppe werden konnten. Entsprechend locker ließen beide Mannschaften das Spiel angehen. Zu allem Überfluss verletzte sich der etatmäßige Flügelspieler leicht und konnte in dem Spiel nicht mehr eingesetzt werden. Auch Marcel Klein wurde wegen Achillessehnenreizung geschont. Es wurde viel gewechselt, um Kräfte für die Zwischenrunde zu schonen und so ging das Spiel nach 8:21 zur Halbzeit mit 15:38 an die SG Köln/Düsseldorf.

In der Zwischenrunde um die Plätze 9 bis 16 wartete der letztjährige Vizemeister, TSV
Breitengrüßbach (aus der Nähe vom Bamberg). Die SG der Hochheim Hawks konnte bis zum 11:10 die Führung behaupten, musste dann aber das Spiel nach 3 erfolgreichen 3-Punkt-Würfen der Gegner aus der Hand geben. Die Franken konnten dann mit ihrer Erfahrung die Halbzeitführung von 25:14 bis zum Endstand von 34:24 halten.

An zweiten Tag des Turniers musste die SG Hochheim/Darmstadt ohne die angeschlagenen Marcel Klein und Martin Jung in die Platzierungsrunde gehen.

Im ersten Spiel am Sonntag ging es gegen den anderen hessischer Konkurrenten SG VFB Gießen / MTV Kronberg, die im letzten Jahr noch Platz 5 der deutschen Ü50-Meisterschaft belegt hatte. (Anmerkung: der 3. hessische Teilnehmer war die SG TV Langen / Eintracht Frankfurt). Die SG Hochheim/Darmstadt kam erst langsam ins Spiel und lag zur Halbzeit 11:16 zurück. Mitte der zweiten Halbzeit konnte man zum 19:19 ausgleichen und danach auch in Führung gehen, bis zum 23:23 hielt Giessen mit, und dann konnte SG um die Hochheim Hawks davonziehen und der Sieg geriet kaum noch in Gefahr. Nur durch Freiwürfe zum Ende kam es zum knappen Ergebnis von 31:29 für die SG Hocheim/Darmstadt. Bemerkenswert ist, das in der von Verteidigung Geprägen Partie, die Gegner im zweiten Abschnitt nur einen Feldkorb erzielen konnten; die anderen Punkte der Giessener resultierten aus Freiwürfen. Für die beiden verletzten Spieler sprangen Rabanus Diehl mit sicheren Halbdistanzwürfen und Michael Schröder Im Ballvortrag und in der Verteidigung auf der kleinen Position in die Bresche, und konnten so den Sieg maßgeblich sicherstellen.

Im letzten Platzierungsspiel um Platz 13 kam es zur Wiederholung des Eröffnungsspiels gegen SG Ansbach/Erlangen. In einem von beiden Seiten locker angegangenen Spiel siegte schließlich der Titelverteidiger nach 9.15 zur Halbzeit, am Ende mit 25:32.

Das Turnier um die deutsche Ü50-Meisterschaft in Hagen gewann der Gastgeber SG VFK Boele-Kabel/Telgte Wolbeck Baskets mit dem ehemaligen Nationalspieler Oliver Herkelmann im Finale gegen den USC Freiburg. Platz 3 und 4 belegten BG Göttingen und SC GW 1920 Paderborn.

Für die Hochheimer und Darmstädter Herren war die deutsche Ü50-Meisterschaft ein Erlebnis, weil man jetzt im Alter gegen Spieler antrat und von Spielern verteidigt wurde, die man früher nur aus dem Fernsehen kannte. In der 80er und 90er Jahren ist man selbst irgendwo in Rossdorf, Ober-Ramstadt, Gross-Gerau, Lich oder Oberursel in Bezirks-, Landes- oder Regionalliga auf Körbejagt gegangen und hat dann am TV die Spieler bewundert und bejubelt, die die deutsche Fahne bei Welt- und Europameisterschaften hochhielten und in der Bundesliga antraten, wie zum Beispiel der oben erwähnte ehemalige Nationalspieler Lutz Wadehn oder Oliver Herkelmann.

Erfolgreichster Punktesammler und bester Spieler der SG Hochheim/Darmstadt war Tom Clement (BC Darmstadt, 35 Punkte), der nicht nur Erfahrung aus der Bundesliga (MTV Gießen), sondern auch aus diversen Altersklasseturnieren mitbrachte.

Größere Verletzungen gab es keine; fast alle Spieler (nicht nur die Hochheim und Darmstädter liefen am Ende des kräftezehrenden Turniers etwas „unrund“ und die beiden leicht angeschlagenen Herren, haben teilweise auch aus Vernunft im Turnier nicht mehr gespielt, und sind hoffentlich bald wieder fit, damit man die deutsche Meisterschaft 2019 in Freiburg in Angriff nehmen kann.

In Hagen nicht dabei waren Beppo Schäfer, Kai Parreidt, Rüdiger Plenz, Frank Krause, Klaus Doessler und Florian Bieber, die im Qualifikationsturnier den Weg nach Hagen mit-erspielt hatten.

Angetreten sind: Martin Jung (14 Punkte), Mike Erlenbach (8), Tom Klement (35), Henrik Neunhoeffer (4), Marcel Klein (7), Georg Weber (17), Rabanus Diehl (12), Georg Mesch (19), Hans Heller (22), Michael Schröder (2), Dieter Neff

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